Aufreger der Woche

Aufreger der Woche

Was uns ärgert:

Aufreger der Woche 5.2018

Am ALTTAG2018 der vom Aktionsnetzwerk | Alt sein und gut leben 2050 am 25. Jänner 2018 organisiert wurde, war der ehemalige Sozialminister Rudolf Hundstorfer einer der Mitdiskutanten. Hundstorfer zeigte sich dort von der steigenden Armutsgefährdung im Alter betroffen und sagte wörtlich „Ja wir haben ein Pensionssystem das Geld kostet. Dieser Generationenvertrag muss aufrechterhalten werden. Jeder von uns, der eine ASVG Pension bezieht, zahlt der Staat 18% mit - von jedem von uns, bei den Bauern zahlt der Staat 80% mit, bei den Gewerbetreibenden 50% und die Beamten sind ein Auslaufmodell, weil seit dem Jahr 2000 wird im öffentlichen Dienst niemand mehr wirklich pragmatisiert wird, mit wenigen Ausnahmen. Und wenn wir uns einreden lassen die Alten sind zu teuer, wenn wir uns einreden lassen der Generationenvertrag, diese 18%, sind zu viel, dann ist das System irgendwann vorbei. Wir sind es, die das machen. Es ist unserer Gesellschaft, die diese Antworten liefert“ Und Hundstorfer plädiert für Solidarität zwischen Jung und Alt, Arm und Reich und zwischen den Staaten.

Was der, seit 2016 Pensionist der Gemeinde Wien, Hundstorfer, der eine mit 83% aus Steuermitteln gestützte Pension erhält, nicht sagt, ist, dass er es war, der bei der Einführung des Pensionskontos mit 01.01.2014 durch die Einbuchung einer für den Einzelnen nicht nachvollziehbare Erstgutschrift, die Parallelrechnung des Jahres 2004 abgeschafft hat und damit wesentlich das heutige System gestaltet hat.

Beim Apell an die  Solidarität der Menschen in Österreich sollten wir nicht die  ÖBB Mitarbeiter vergessen, die  mit 54,2 Jahren und einer 75%igen Unterstützung durch den Steuerzahler oder die Landesbeamten, die mit 58,8 Jahren und einer 80%igen staatlichen Unterstützung in Pension gehen. Viele Berufsgruppen (z.B. Bundesbeamte, ÖBB-Mitarbeiter, Bauern) verlieren durch gesellschaftliche Veränderungen (keine Pragmatiesierung, Rückgang der Bauernschaft) ihre aktiven Einzahler, deshalb sind Teilbetrachtungen nicht aussagekräftig.  Die durch den Staat zu deckende Pensionslücke beträgt 42% für alle Pensionen und nicht 18% oder 22 Mrd. €- das sollte Herr Hundstorfer als ehemaliger Sozialminister eigentlich wissen- sein Nachfolger Minister Stöger hat diese Lücke schon eingestanden. O-Ton: „ 6% des BIP“ = 22 Mrd.€“. Jeder 4. Steuereuro wird für die Pensionslücke verwendet – vor allem weil ein kleiner Teil der Pensionisten privilegiert ist (z.B Herr Hundstorfer als pensionierter Wiener Landesbeamter) und alle durchschnittlich um 5 Jahre zu früh in Pension gehen. Die Fakten fordern eher Solidarität von Frühpensionisten und Privilegierten.

05.02.2018

über 70 unterschiedliche Pensionssysteme in Österreich

Derzeit gibt es über 70 unterschieldiche Syteme. das kostet nicht nur unnötig Geld für Administation und Gehälter, sondern fördert auch die Bildung von Ungerechtigkeiten.

28.10.2017